Mosaik

Trümmer-Bank

Trümmer-Bank | Thörls Park Hamburg Hamm | Installation | 2022-25

Die „Trümmer-Bank“ wird 2022 aus Schutt und Geröll, aus sogenannten Trümmer-Steinen, gefertigt und hier im Thörls Park positioniert. Als Sitzgelegenheit bietet sie scheinbar einen Ort zum Ausruhen, jedoch einen „unbequemen“. Aus der groben Oberfläche stechen vielfältige Steinfragmente hervor, die Spuren hinterlassen – auf der Haut wie in den Köpfen.

Im Thörls Park wurden in den Nachkriegsjahren die Trümmer der Villen und Gebäuden aus Hamburgs Osten gesammelt, zerkleinert, aufbereitet und in Loren aus der Innenstadt geschafft.

Eine Trümmer-Bahn führte sie an den östlichen Stadtrand, wo sie weiter als Baumaterial und zur Gestaltung des Öjendorfer Parks nach englischem Vorbild genutzt wurden. Die Form der Trümmer-Parkbank entspricht der Linienführung der ehemaligen Trümmer-Bahn.

Schutt und Geröll aus dem Zweiten Weltkrieg liegen an vielen Stellen unter der Stadt Hamburg verborgen und bestimmen noch heute leise ihre Topografie. Bei jeder Grabungsarbeit kommen solche Trümmer-Stücke zutage. Sie sind Zeugnis von Krieg und Zerstörung.

Die Trümmer-Bank holt diese Spuren unserer Geschichte, über die buchstäblich Gras gewachsen ist, wieder hervor. Transformiert zum unbequemen Stachel, ruft sie in Erinnerung, was nie vergessen werden darf. Sie soll aber auch ein Appell sein, Geschichte nicht als etwas starres, allgemeingültiges und objektives zu sehen – vielmehr als fragile Konstruktion, welches in seiner Zeit verankert ist und stets neu gebildet werden muss, um damit Glorifizierung, Mythenbildung und Instrumentalisierung zu verhindern.

Eine Zusammenarbeit der Künstler:innen Vera Drebusch und Reto Buser.

Künstler:innen-Gespräch im Thörls Park, am Freitag, 07.10.2022, 17 Uhr mit Historikerin Stephanie Kanne von dem Stadtteilarchiv Hamburg Hamm

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