
2. Teil
Flaggen
Installation im öffentlichen Raum
16 Bauzäune
13. September — Anfang 2027
St. Agnes, Neusser Platz 18, 50670 Köln
Eröffnung: Sonntag, 13. September, um 12:15 Uhr Künstlergespräch mit Heike Ander, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin
205 Flaggen, aufgelöst in Farben:
Vera Drebusch und Florian Egermann übersetzen die Nationalflaggen der Welt in abstrakte Farbbänder.
Eine Software analysiert für jede Flagge, welchen prozentualen Anteil die verwendeten Farben an ihrer Fläche haben.
Übrig bleibt ein Balken aus reinen Farbwerten. Das Muster, der Stern, der Halbmond, das Wappen verschwinden.
Ausgangspunkt der Arbeit ist eine Beobachtung, die Vera Drebusch in einem Projekt mit Schüler:innen mit Migrations-
geschichte gemacht hat: Die Flagge ist ein positiver, identitätsstiftender Marker, aber dasselbe Objekt steht für Grenze,
Nationalismus, Konflikt und Krieg.
Schon die Liste der verarbeiteten Flaggen ist eine politische Entscheidung.
Die Arbeit folgt der Aufstellung der Wikipedia: alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, die Vatikanstadt als
Nicht-Mitglied sowie elf Staaten mit eingeschränkter Anerkennung. Wikipedia markiert die umstrittenen Einträge kursiv.
Die Künstler:innen verzichten bewusst auf diese Unterscheidung und nehmen alle Flaggen gleichrangig auf.
Verteilt werden die Farbbänder auf Bauzäune, rund 17 pro Zaunelement. Der Bauzaun ist dem Grenzzaun nah,
durch die Verteilung wird er jedoch unterlaufen: Eine Nationalflagge ist mit zu viel Wert aufgeladen, um direkt am Zaun
befestigt zu werden, sie weht in sicherem Abstand dahinter. Dass ein Zaun bunt ist, ist außerdem ein Privileg derjenigen,
die auf der bunten Seite leben. Die Westseite der Berliner Mauer war bemalt, die Ostseite nicht.
Die Arbeit ist in mehreren Formaten angelegt: bereits installiert als drei Standflaggen auf einem Kreisverkehr in Hamburger,
als Handflagge, die für eine Performance am Kölnischen Kunstverein verwendet wurde und nun als Bespielung der Bauzäunen von St. Agnes.
1. Teil
Installation im öffentlichen Raum und Workshops
2026-2029
Mümmelmannsberg (Hamburg-Billstedt)
Kandinskyallee
Alle Nationalflaggen der Welt – zu Farbbalken reduziert und symbolisch vermischt –
bilden die abstrakten Motive der Fahnen.
In staatstragender, stolzer Symbolik repräsentieren sie die vielfältige Gemeinschaft des
Stadtviertels Mümmelmannsberg.
Mitwirkend an Entstehung und Umsetzung der Kunst-Installation waren Schüler:innen der
Stadtteilschule Mümmelmannsberg, die das Projekt im Rahmen einer Workshop-Reihe weiterhin
begleiten.
Ein großes Dankeschön geht an die Schulleitung der Stadtteilschule Mümmelmannsberg,
Hadissa Djabar, Olga Koschel und Angela Schumacher.
Die Eröffnung findet am 27.05.2026 um 11:00 Uhr statt.
Zusammenarbeit von Vera Drebusch und Florian Egermann

Performance im März 2026 am Kölnischen Kunstverein im Rahmen von urban stage.
